DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK
Otto und Edith Frank, deutsche Juden aus Frankfurt/M, emigrierten 1939 mit ihren Töchtern Anne und Margot nach Holland. Nach der Beset-zung durch die deutschen Truppen begann die Judenverfolgung auch in Holland. Die Franks mussten deswegen „untertauchen“. Das Hinterhaus von Otto Franks Firma in Amsterdam diente ihnen und vier weiteren Juden für die nächsten zwei Jahre als Versteck. Zwei Mitarbeiter der Firma, die sie regelmäßig besuchten, waren der einzige Kontakt nach Außen. Sie versorgten die Untergetauchten mit dem Nötigsten, auch mit Büchern, Zeitungen und Radioberichten.

Anne beginnt ihr Tagebuch als Dreizehnjährige, kurz vor dem Untertauchen. Eindrucksvoll wird das Leben in räumlicher Enge und ständiger Angst vor Entdeckung geschildert, aber auch das Bemühen, unter diesen Bedingungen ein halbwegs normales Leben in mitmenschlichem Verständnis für den Anderen zu führen. Sehr anschaulich zeichnet sie die beteiligten Personen, ihre Aktionen und Reaktionen. Anne nimmt sich davon nicht aus, setzt sich mit sich selbst kritisch auseinander. Auch die weltpolitische Lage kommentiert sie und den Verlauf des Krieges. Das Tagebuch endet 1944 vor der Verhaftung und dem Transport ins KZ.
Frances Goodrich und Albert Hackett haben das nach dem Kriege aufgefundene und bald berühmt gewordene Tagebuch eines außergewöhnlichen Mädchens eindrucksvoll dramatisiert. Es ist Denk-mal für die Millionen in der Nazizeit verfolgten und ermordeten Juden, aber auch für die zu allen Zeiten bis auf den heutigen Tag aus rassistischen, politischen oder religiösen Gründen verfolgten, gefolterten und getöteten Mitmenschen.
Main Post vom 02.02.08:
Norbert Bertheau und sein Team zeigen im theater ensemble eine überzeugende Inszenierung von „Das Tagebuch der Anne Frank“….Alles fügt sich harmonisch ineinander, angefangen von Tatjana Schnitzers stimmigen Kostümen über die ausgeklügelte Bühne von Uly Truchseß, der mit scheinbar einfachsten Mitteln erstaunliche Raumtiefe schafft, bis zum einfühlsamen, glaubhaften Spiel der Darsteller. Wirklich beeindruckend und bezaubernd spielt Daniela Heller die junge Anne, verkörpert deren emotionale Berg- und Talfahrten, zeigt Freude und Trauer kraftvoll und überzeugend. Regie: Norbert Bertheau; Co-Regie: Renée Gahn.
Spielplan