theater ensemble Würzburg

FAUST - Der Tragödie erster Teil

von Johann Wolfgang von Goethe

FAUST - Der Tragödie erster Teil im theater ensemble Würzburg

Nach den erfolgreichen Aufführungen während des Sommertheaters 2009 im Efeuhof des Würzburger Rathauses ging die Inszenierung mit einer „indoor“-Version im November 2009 im theater ensemble in die Verlängerung. Weitere Termine nun im Januar und Februar 2010.

 

„Mephisto sorgt für Leben auf der Bühne“

(…) Was man Andreas Büettners Inszenierung lassen muss, ist die Klarheit der Handlung, die er durch die Konzentration auf das dramatische Geschehen um Faust, Gretchen und Mephisto und das Weglassen einiger Szenen erreicht, in denen es um Fausts innere Kämpfe, seine intellektuellen Debatten und Selbstspiegelung geht: Was bleibt ist Action, packend, verständlich. (…) Wer bislang noch nicht so recht wusste, was in »Faust« eigentlich passiert, ist hier richtig.

Quelle: Ulrike Wolk, MAIN POST v. 13.06.09, zur Premiere der Sommerproduktion im Efeuhof

 

Szenenbilder

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„Fabelhaft leicht“

Ein Bühnenbild gibt es nicht. Umso besser kann der Text seine Wirkung entfalten, umso leuchtender sticht im Schwarz des Bühnenraums Mephistos roter Rock hervor. Michael Völkl als ein im Wortsinn springlebendiger, zuweilen aalglatter, köstlich süffisanter Teufel sorgt in Andreas Büettners Faust I-Inszenierung für Kurzweil und Heiterkeit. Nicht gegensätzlicher als der ästhetische Schwarz-Rot-Kontrast, der sich durch das Stück zieht, könnte der Charaktergegensatz zwischen ihm und seinem Opfer, dem im Ekel aufgebrochenen, beim Ekel landenden Faust ausfallen. Mit sparsamen Requisiten realisiert Büettner im theater ensemble einen Faust, der mitten ins Leben hineingreift. Ein runder Holztisch, darum herum ein paar derb-bierbäuchige Gesellen, offenbar haben alle schon einen Zacken weg - so wenig genügt für Auerbachs Keller. Während Mephisto sich unters Volk mischt, die Zecher aufmöbelt, steht Uwe Dietrichs Faust angewidert in verhaltener Ferne. Der Typ ist schwer zu knacken. Mit Sabrina Kohls Gretchen setzt eine junge Frau Fausts Gefühle in Wallung, die glücklicherweise bar jeder Sprödigkeit und jeden frömmelnden Gebarens agiert. Selbst ihre Verzweiflung, in die eine perverse Moral sie stürzte, ist alles andere als Haare raufend. Büettner konzipiert Goethes Bühnenwerk als ein mit dezenten Entertainment-Elementen aufgepeppten Klassiker, der fabelhaft leicht daherkommt. Zu sehen ist die gut zweistündige, von durchweg engagierten Schauspielern umgesetzte Inszenierung bis einschließlich 28. November von Donnerstag bis Samstag jeweils um 20 Uhr.

Quelle: Pat Christ, Leporello Kulturmagazin

 

Video-Ausschnitte

Faust, Mephisto

Hexenküche

Der Nachbarin Haus (Probe)

 

Kritik aus neun7, von Joachim Fildhaut, Juni 2009

Sehr gekonnt gekürzt hat Regisseur Andreas Büettner Goethes Tragödie. Wie sein Faust am Donnerstag im Efeuhof des Würzburger Rathauses den Osterspaziergang und Teufelserscheinung in Form eines Pudels überspringt – sehr kühn, auch weil nicht nur lang-, sondern auch kurzweilige Szenen gestrichen werden.

Im Vordergrund steht die Unmöglichkeit, die Welt zu erkennen und glücklich in ihr zu leben. Diesen starken philosophischen Tobak demonstriert der Wissenschaftler Faust, der über seine misslungenen Versuche, der Welt beizukommen, allmählich ersthaft sauer geworden ist.

Uwe Dietrich gibt den Gelehrten mit einer Energie, an die Michael Völkls Mephisto sofort bruchlos anknüpft. Ganz große Dritte im Bund ist Sabrina Kohl als Fausts Geliebte Margarete, die hier und dort vielleicht eine Spur teeny-trotziger agieren könnte, im Finale aber wirklich ergreifend wird.
Fünf weitere Mitspieler und geschickte Doppelbesetzungen machen diesen „Faust“ zu einer runden und bunten Sache.

 

Kommentare

Lisa schreibt am 09.03.2010 um 12:39 Uhr

Lohnt sich absolut! Schon allein wegen Mephisto (Mädels, das dürft ihr euch nicht entgehen lassen!)Insgesamt verdammt gut gemacht. So hab ich Faust noch nie erlebt!

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