NORA oder EIN PUPPENHEIM

Ein moderner Psychokrimi von Henrik Ibsen

Nora von Ibsen

Das Stück spielt zu Weihnachten zuhause beim Ehepaar Nora und Torwald Helmer. Während der letzten Vorbereitungen am Heiligabend trifft überraschend Besuch ein - Christine Linde, Noras Jugendfreundin. Sie bittet Nora, sich für eine Anstellung in der Bank ihres Mannes einzusetzen, der dort seit kurzem oberster Chef ist.

Helmer war einige Jahre zuvor schwer krank. Nora hat damals ohne sein Wissen ein großes privates Darlehen bei Rechtsanwalt Krogstad aufgenommen, um eine einjährige Heilkur auf Capri zu finanzieren. Offiziell kam das Geld von Noras Vater, aber sie hat dessen Unterschrift auf dem Schuldschein gefälscht, um schnell an die dringend benötigten Mittel zu kommen.

Krogstad ist inzwischen Angestellter in der gleichen Bank wie Helmer und soll wegen anstehender Umstrukturierungsmaßnahmen entlassen werden. Er ist aber ein früherer Bekannter Helmers und tatsächlich muß er aus diesem rein persönlichem Grund das Unternehmen verlassen.

Auch Krogstad taucht am 24.12. unangemeldet bei Helmers in der Wohnung auf und erpresst Nora mit der Aufdeckung ihrer Unterschriftenfälschung. Er verlangt von ihr, sich für ihn bei ihrem Mann einzusetzen, um die Kündigung zu verhindern. Nora versucht dies auch mit verschiedenen Mitteln, aber Helmer bleibt unnachgiebig. Sie gerät zunehmend in Verzweiflung, die Verwicklungen werden für sie immer komplizierter.

Nora, obwohl zunehmend in psychischen Nöten, ist aber dennoch der tiefen Überzeugung, daß ihr Mann letztlich zu ihr hält und sich als Helfer und Freund in der Not erweist. Sie ist überzeugt, daß er sich schützend vor sie stellen wird.

Krogstad eröffnet schließlich Helmer in einem Brief die Wahrheit über Noras schweres Delikt. Helmer aber - ganz anders als von Nora erwartet - steht nicht im mindesten zu ihr. Er gerät ausser sich vor Zorn, seine Reputation steht für ihn im Vordergrund. Er beleidigt und beschimpft Nora schwer und beendet die Beziehung - wobei allerdings nach aussen alles so weiterlaufen soll wie bisher.

Durch den Einfluß von Noras Freundin Christine ändert Krogstad aber kurzfristig seine Meinung und schickt mit einem weiteren Brief sein Beweismittel zurück.
Helmer ist daraufhin wie ausgewechselt, verzeiht Nora generös und beschließt, daß zwischen den beiden alles wieder so sein soll wie vor dem Eklat.

Aber dazu ist es zu spät. Nora rechnet in einem Abschiedsgespräch mit ihm und ihrer Ehe ab und wird daraufhin Helmer, ihre beiden Kinder und das Haus verlassen.

 

Bilder

Nora Helmer (Susanne Fink), Torwald Helmer (Michael Völkl)Torwald Helmer (Michael Völkl), Nora Helmer (Susanne Fink)Nora Helmer (Susanne Fink)Nora Helmer (Susanne Fink), Krogstad (Markus Rakowsky)

 

Medienecho

Joachim Fildhaut

Püppi hat vor Jahren Mist gebaut. Die Konsequenzen fliegen ihr prompt um die Ohren, als ihr Mann Bankdirektor wird. Doch Nora nutzt die Katastrophe für erstaunliche Reifeprozesse. Reif ist auch die Leistung von Bühnenanfängerin Susanne Fink in der schwierigen Hauptrolle mit dem Wandel vom Ehekätzchen zur selbstbewussten Frau! Sie besteht neben dem exaltierten Michael Völkl, dem der Spagat zwischen Prinzipienreiter und Lebemann gelingt. Alle sechs Spieler überhöhen ihre Figuren unter Andreas Büettners Regie in gleichem Maß, so dass sie gemeinsam ein geschlossenes und dabei unterhaltsam unterschiedliches Ensemble bilden.

 

KulturGut Würzburg, Oktober 2011

Oft gelingen auf der Kleinbühne erstaunliche Umsetzungen, z. B. vor drei Jahren Ibsens „Gespenster“. Verglichen mit den Gesellschaftsdramen ist „Nora“ nun eher ein privates Kammerspiel – für die Hauptdarstellerin eine umso größere Herausforderung. Unter Regie von Andreas Büettner wird‘s schon gelingen!