Es war die Lerche!

Komödie von Ephraim Kishon

Haben Sie sich schon einmal vorgestellt, das wohl bekannteste Liebespaar der Welt, Romeo und Julia, wäre in der bewussten Nacht in der Gruft der Capulets nicht gestorben?

Sie haben überlebt und Ephraim Kishon schildert nun in seiner unnachahmlichen ironisch-zynischen Art den endlosen Streit eines Ehealltags um Geld, Abwasch und die Kardinalfrage: »Liebst Du mich eigentlich noch?« Eben das, was nach 29 gemeinsamen Jahren allen Liebenden passieren kann.

Und so ist der Ballettlehrer Romeo Montague mit dem typischen Nervenkostüm eines ganz normalen Ehemannes versehen und seine liebliche Julia als um ewige Jugend ringende Hausfrau zur verkniffenen Nörglerin geworden.

Die 14jährige Tochter Lucretia ist in ihrer logisch im Generationskonflikt begründeten Protesthaltung völlig ausgeflippt, der jetzt 98 Jahre alte Franziskanerpater Lorenzo flirtet trotz Zölibat heftig mit Julia und deren 85jährige, ungebrochen lebhafte, Amme erwärmt sich heftigst für Romeo.

Der bereits verstorbene William Shakespeare findet, dass es so würdelos nicht weitergehen kann und greift schließlich ein, nachdem er aus seinem Grab wieder auferstanden ist.

Auf der Freilichtbühne im Efeuhof des Würzburger Rathauses (Zugang über Grafeneckart / beim Vierröhrenbrunnen)

 

Mitwirkende

Mit Dagmar Schmauß, Michael Völkl, Jürgen Döring und Sabrina Kohl

Regie: Angelika Hofstetter

Musik: Lexa A. Thomas

 

Bilder

Willy Shakespeare (Jürgen Döring)Pater Lorenzo (Michael Völkl), Julia (Dagmar Schmauß)Pater Lorenzo (Michael Völkl), Julia (Dagmar Schmauß)Romeo (Michael Völkl), Lucretia (Sabrina Kohl)Willy Shakespeare (Jürgen Döring), Lucretia (Sabrina Kohl)Willy Shakespeare (Jürgen Döring), Romeo (Michael Völkl), Julia (Dagmar Schmauß)Julia (Dagmar Schmauß), Romeo (Michael Völkl)Julia (Dagmar Schmauß), Romeo (Michael Völkl)Julia (Dagmar Schmauß), Romeo (Michael Völkl)Michael Völkl, Sabrina Kohl, Angelika Hofstetter, Dagmar Schmauß, Jürgen Döring

 

Medienecho

[…] Dagmar Schmauß und Michael Völkl beharken sich, ohne die Klischees allzu ernst zu nehmen. […] Jürgen Döring (Willy Shakespeare) kann da trotz wesentlich geringerer Bühnenerfahrung schön mithalten und überrascht mit einem Song. Was überhaupt eins der kleinen Bühnenwunder ist: Die zahlreichen Songs werden von den Laienspielern ohne elektrische Hilfe interpretiert. Ein gelungener Kunstgriff ist es auch, die Figur der Tochter nicht, wie vom Autor vorgesehen, als Doppelrolle für die Julia-Darstellerin anzulegen. Von Sabrina Kohl beängstigend pubertierend ins Leben gesetzt, sorgt das Casting der Würzburger Produktion dafür, dass auf der großen Bühne auch quantitativ so viel los ist, wie es der Zuschauer von einem Freilichttheater erwarten kann. Das Quartett nutzt den Efeuhof in ganzer Breite, und die schöne Location spielt mit, ohne dass sie mit aufwändigen Kulissen zusammengerichtet worden wäre. Zu Recht steht bei Angelika Hofstetter im Programmheftchen: „Regie / Raum“. — Joachim Fildhaut für neun7

[…] Regisseurin Angelika Hofstetter geht auch die scheinbar leichten Aufgaben gründlich an. Wer sagt was wirklich warum?, klopft sie die Rollen ab und bringt ihre Schauspieler (erste Wahl) zur Einsicht in den Fluss des inneren, hintergründigen Geschehens. Meist erreicht sie die Pointen etwas leiser, trockener als viele Kollegen. Und das ist dann umso witziger. FRIZZ Stadtmagazin Würzburg Ausgabe August 2010

[…] Im Efeuhof spielt das theater ensemble unter der Regie von Angelika Hofstetter Kishons eigenwillige Shakespeare-Fortsetzung „Es war die Lerche". […] Das Stück ist sehr wortlastig, die Pointen stecken fast ausschließlich im Text. […] So bewegt sich die Handlung permanent an der Grenze zur Hysterie – was aber nicht die schlechteste Lösung ist, wenn man Romeos und Julias über viele Ehejahre zerfressenem Nervenkostüm Rechnung tragen will. […] Als Shakespeare in Tarnfleck einer Nebelwolke entsteigt, wird endgültig klar: Dieses Stück ist mehr als eine kleine Parodie auf die Ehe. Es ist komplett überdreht. Das aber, ohne je auf die Nerven zu fallen und meist ohne platte Witze. – Daniela Moschberger für die MAIN POST, 9. August 2010

[…] Noch interessanter wird es, dass die beiden [Romeo und Julia] zwar eine “normale” Ehe leben, sich aber ihrer literarischen Rolle voll bewusst sind. Hier entstehen zwei Ebenen — die des Ehedramas und die des literarischen Dramas, in das sogar in der “reelen” Ebene der tote Shakespeare eingreift. Klar soweit? Gut. Und diese Durchmischung der Realitätsebenen ist, was für mich das Stück so witzig machte. […] So war es zumindest für mich eine schöne Abendunterhaltung und gerade durch sein satirisches Spiel mit der Welt “Theater” vielleicht ein guter Einstieg für mich in die Welt “Theater”. […] Auf der Bühne wird nicht nur geprochen und geschrien — es wird auch gesungen. Nicht immer gut, aber voll Leidenschaft. […] Mir hat es Spaß gemacht, wer es auch mal ausprobieren will, der hat noch bis Mitte September dazu Gelegenheit. – Ralf, Würzblog.de, 11. August 2010

 

Besucherstimmen

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So hübsch das Bild, so nichtssagend [..] ist die Kritik der Main Post, und wo mal kurz der Eindruck entsteht, sie war tatsächlich in der Vorstellung, ists Gewäsch. Natürlich gabs gut gesetzte Pausen in dem „wortlastigen“ (!? da kann man am Inszenieren sparen? da werden Pointen nur aufgesagt..?) Stück. Es wurde von allen sehr variantenreich gespielt, in verschiedensten Tonlagen, mit guter Choreografie der Figuren, lebendiger Ausnutzung des ganzen Innenhofs, die großen Ausbrüche waren wohldosiert, in allen Stimmungslagen war es szenische Feinarbeit. Man (also ich und jeder Fühlende) war durchwegs gespannt und elektrisiert. Auch die Ammenszenen… köstlich. Wie wüsste ich jetzt eine Erbtante zu kitzeln. […] — per E-Mail

 

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