
Das Sams ist ein furchtloses, ja beinahe respektloses Wesen, das sich von nichts und niemandem einschüchtern lässt, das überall freche Bemerkungen macht und zurück schimpft, wenn andere schimpfen.
Herrn Taschenbier ist das anfangs furchtbar peinlich und er versucht auf alle möglichen Arten, das Sams wieder loszuwerden. Aber seltsam: Je länger es bei Herrn Taschenbier bleibt, desto lieber gewinnt er das Sams. Und am Schluss wird aus dem braven, ängstlichen Büroangestellten ein selbstbewusster Mensch, der gelernt hat, sich zu behaupten.
Spieltermine / Kartenreservierung
Medienecho – zur Freilichtaufführung im Sommer 2010
Eva Werner, MAIN POST, 5. Juli 2010
Vergnüglich: Paul Maars „Eine Woche voller Samstage“ im Rathaus-Efeuhof
Auch für Wunschpunkteträger wie das Sams gibt‘s schon mal echt vertrackte Aufgaben: Erst kommt die Premiere seines Stücks einen Tag zu spät und dann läuft zur gleichen Zeit auch noch ein WM-Spiel der deutschen Fußballmannschaft. Aber für das Theater Ensemble hatte das Sams wohl vorsorglich den ein oder anderen Punkt mehr im Gesicht, denn die Aufführung von Paul Maars „Eine Woche voller Samstage“ im Efeuhof des Rathauses wusste sich gegen geballten Fußballjubel vergnüglich und erfolgreich zu behaupten.
Der brave Herr Taschenbier (Robert Bedard) ist in Sachen Durchsetzungskraft und Selbstvertrauen beileibe kein Musterbeispiel. Da kommt eines schönen Samstags ein ungewöhnliches Wesen mit merkwürdigen blauen Gesichtspunkten daher und beschließt bei ihm, seinem neuen Papa, zu bleiben. Und fortan wirbelt das Sams (Markus Rakowsky) das Leben der grauen Maus gehörig durcheinander, bringt dabei einen aalglatten Kaufhausangestellten (Julian Wich) und den nur scheinbar smarten Lehrer Groll (Henning Krage) an den Rand der Verzweiflung, ebenso wie Taschenbiers faulen Chef (Herbert Hausmann). Und Herr Taschenbier gewinnt, ganz nebenbei, durch seinen uirligen Freund endlich Mut und Selbstvertrauen...
Das Team um Regisseur Marco Helfrich bringt mit seiner Inszenierung von „Eine Woche voller Samstage“ charmante, luftige Sommerunterhaltung für junge und erwachsene Samsfreunde auf die Bühne. Die Umsetzung des berühmten Mutmacher-Stücks ist kindgerecht, doch niemals kindisch. Alle Darsteller überzeugen in ihren Rollen, allen voran Tatjana Schnitzer als mürrisch schmallippige Zimmerwirtin Rotkohl, Robert Bedard als verhuschter Biedermann Taschenbier und Markus Rakowsky als rotzfreches, verschmitztes Sams. Linda-Marie Franz führt als Erzählerin federleicht durchs Stück und nutzt Umbaupausen auf der Bühne für eine muntere Wunschumfrage im Publikum.