
Die Kult-Performance kehrt zurück! In einer Inszenierung des theater ensemble Würzburg wird das Leben von Charles Bukowski vielseitig beleuchtet.
Der Maler Thomas Mehrländer gibt den Autor und Regisseur Norbert Bertheau rezitiert in Symbiose mit dem Musiker-Trio Ralf Stövesandt (guitar, saw), Rüz Löser (bass, perc.) und Chico Vorgel (drums).
Charles Bukowski, geb. 1920 in Andernach, gest. 1994 in Los Angeles. Er wuchs als Sohn deutsch-polnischer Eltern in den Slums ostamerikanischer Städte auf, brach sein Jurastudium ab, war Mitglied in jugendlichen Banden und hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Seine Lyrik machte ihn zur Kultfigur der Untergrund-Literatur.
Ralf Stövesandt, Chico Vorgel, Rüz Löser, Norbert Bertheau, Thomas Mehrländer
Pressestimmen
Manfred Kunz, Main-Post Würzburg, 24. Januar 2012
Bukowski-Abend: Großartig und ganz nah am Trash
Theater Ensemble freut sich über volles Haus bei Premiere des „Charles Bukowski-Abends“
Drei Reihen zusätzlicher Stühle waren nötig um die Besucher der Premiere des „Charles Bukowski-Abends“ im Würzburger Theater Ensemble unterzubringen. Dabei gelten die drastische Lyrik und die derbe Prosa des US-Autors mit deutsch-polnischen Wurzeln als etwas aus der Zeit gefallen.
Doch seine Underground-Lyrik und die Live-Musik hatten überraschenderweise den Würzburger Kultur-Untergrund Generationen- und Szenen-übergreifend mobilisiert und bescherten dem Off-Theater ein volles Haus.
Ausschließlich mit Original-Texten von Bukowski (1920-1994) beleuchtet das Regieteam Helga Wiesend und Norbert Bertheau schlaglichtartig typische Momente aus dem Leben des Autors und vielseitigen Gelegenheitsjobbers. Bertheau trägt überwiegend die lyrischen Passagen vor, während die Prosatexte dem Würzburger Maler Thomas Mehrländer vorbehalten sind.
Nicht nur weil er von seinem Äußeren schon alle Vorstellungen erfüllt, die man sich von einem Underground-Poeten macht oder von Bukowski-Fotos kennt, ist Mehrländer der Fixstern des Abends. Der vom Leben geprägte Körper, der schlurfende Gang, die verlangsamten, sparsamen Bewegungen, die raue, rauchige Stimme und die ungekünstelte Sprache sind der ideale Resonanzboden für die Themen zwischen Job-Erfahrungen und alltäglichem Überlebenskampf, Alkohol-Exzessen und Abenteuern mit Frauen: Es ist, als stünde Bukowski selbst auf der Bühne – und läse seine Texte in bestem und breitestem Fränkisch. Immer ganz nah am Trash, und doch einfach großartig.
Norbert Bertheau hat es da wesentlich schwerer: immer wieder greift er mit den poetischen Texten die wechselnden Rhythmen der dreiköpfigen Band auf, mal im harten Rock-Stakkato, mal im breiteren Rap-Tempo, mal solo und dann wieder im Dialog oder überlagert von der Live-Musik. Überhaupt die Musik – sie ist mehr als illustratives Beiwerk, sondern ein ganz und gar eigenständiges Element des Abends. Angetrieben von Chico Vorgels furiosem Post-Punk-Schlagzeug verwandeln Bassist Rüz Löser (zusätzlich auch Drums) und Gitarrist Ralf Stövesandt (gelegentlich auch mit seiner „singenden Säge“) das Theater in einen Underground-Keller, in dem wohl auch Bukowski gerne trinkender Gast gewesen wäre.
Rund zehn Jahre nach der erstmaligen Aufführung beweist das Theater Ensemble mit seinem Bukowski-Abend: auch der Würzburger Kultur-Underground lebt weiter, auch wenn das vor 30 Jahren gegründete, zuletzt ebenfalls auf dem Bürgerbräu-Gelände beheimatete Kulturzentrum längst tot ist.
FRIZZ Würzburg, Februar 2012
CHARLES BUKOWSKI – UNDERGROUND-LYRIK UND MUSIK
[...] Regisseur Norbert Bertheau bringt mit dem Würzburger Maler Thomas Mehrländer in der Rolle von Bukowski ein beeindruckendes Werk über einen großartigen Schriftsteller auf die Bühne.
Vorstellungen
Mitwirkende
Es lesen:
Thomas Mehrländer
Musik:
Ralf Stövesandt (guitar, saw)
Rüz Löser (bass, perc.)
Chico Vorgel (drums)
Regie:
Helga Wiesend
Eintrittspreise: 12,50 Euro (7,50 Euro ermäßigt)