Atta Troll. Ein Sommernachtstraum.

von Heinrich Heine

Dass ein Bär im Jahre 2006 erschossen wurde, erregte die Gemüter von Jung und Alt. Dass Heinrich Heine dieses tragische Vorkommnis im Jahre 1841 in allen seinen Facetten als einen großen literarischen Entwurf vorweggenommen hat, wissen nur die intimen Heine-Kenner. Denn Atta Troll ist eines seiner wenig bekannten Werke mit expressiver Bildgewalt, romantischen Höhenflügen und ironischen Abstürzen.

In leidenschaftlicher Darstellung führt uns die Schauspielerin Esme Koslitz durch diese tief gehende, abenteuerliche, mystische, humorvolle und zugleich tragische Reise.

Regie: H. P. Grauf

 

Keine Eigentümer schuf
Die Natur, denn taschenlos,
Ohne Taschen in den Pelzen,
Kommen wir zur Welt, wir alle.

Keinem von uns allen wurden
Angeboren solche Säckchen
In dem äußern Leibesfelle,
Um den Diebstahl zu verbergen.

Nur der Mensch, das glatte Wesen,
Das mit fremder Wolle künstlich
Sich bekleidet, wußt auch künstlich
Sich mit Taschen zu versorgen.

Eine Tasche! Unnatürlich
Ist sie wie das Eigentum,
Wie die Rechte des Besitzes –
Taschendiebe sind die Menschen!

Glühend haß ich sie! Vererben
Will ich dir, mein Sohn, den Haß.
Hier auf diesem Altar sollst du
Ew'gen Haß den Menschen schwören!

Sei der Todfeind jener argen
Unterdrücker, unversöhnlich,
Bis ans Ende deiner Tage –
Schwör es, schwör es hier, mein Sohn!«

 

 

 

 

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