Main-Post über Nathan der Weise
Plädoyer für religiöse Toleranz, von Manfred Kunz
[...] In einer sorgfältig auf knapp drei Stunden gekürzten und sprachlich behutsam aufgefrischten Inszenierung bringt das Würzburger Theater Ensemble den Text jetzt auf die Bühne. Regisseur Norbert Bertheau fügt der langen Inszenierungsgeschichte keine weitere neue Sichtweise hinzu, sondern richtet den Fokus ganz auf die Verständlichkeit des Textes und die Glaubwürdigkeit der Figuren. Überraschend ist die Besetzung des jüdischen Kaufmanns Nathan mit dem vergleichsweise jungen Michael Völkl, der die fehlende natürliche Autorität mit viel Engagement ausgleicht und bei der zentralen Passage des Stücks, der berühmten Ringparabel, zur Hochform aufläuft. [ ...] So entspinnt sich im spartanischen, durch Zwischenvorhänge gleichwohl sehr variabel gestalteten Bühnenbild ein fast kriminalistisches Kammerspiel, das in der Premierenvorstellung eine komplette Schulklasse von der ersten bis zur letzten Minute in ihren Bann schlug. Dieser Erfolg ist Verdienst des gesamten Teams, das neben den Ensemble-Stammkräften Michael Völkl, Franziska Wirth (Daja) und Sabrina Kohl (Recha) aus Julian Wich (Tempelherr), Jürgen Döring (Sultan Saladin), Catarina Valguarnera (dessen Schwester Sittah), Markus Rakowsky (Klosterbruder) und Andreas Münzel (Patriarch) besteht. Sie meistern die Herausforderung der keineswegs einfachen Vorlage mit Bravour und leben das Plädoyer für religiöse Toleranz auf der Bühne glaubwürdig vor.
Quelle: Main-Post, 28. Mai 2011, Manfred Kunz


1 Kommentar
Zum Stück “Nathan der Weise”:
Hallo,
ich war am Sa., den 02.07., in diesem Stück. Es hat uns sehr gefallen. Trotz der altertümlichen Ausdrucksweise konnten wir sehr gut folgen. Die Schauspieler waren toll!! Hut ab bei der Masse an Text. Alle haben uns gefallen, besonders aber Franzsika Wirth und Julian Wich.
Könntet Ihr Franziska bitte liebe Grüße ausrichten? Leider habe ich keine E-Mail-Adresse oder sonstige Kontaktdaten von Ihr, möchte mich aber gerne bedanken. Das wäre mir wichtig.
Vielen Dank und Grüße,
Sabine Alonso